Die meisten Angebote für KI-Automatisierung verstecken drei verschiedene Kostenarten in einer einzigen Zahl. Dieser Artikel trennt sie sauber, damit Sie Angebote auf gleicher Grundlage vergleichen und abschätzen können, was ein Workflow im Betrieb tatsächlich kostet.
Die drei Kostenblöcke hinter jeder Automatisierung
Egal, wie der Anbieter es nennt: Ein Automatisierungsprojekt hat immer drei getrennte Kostenpositionen.
- Umsetzung – die einmalige Arbeit: Prozess aufnehmen, Workflow entwerfen, bauen, testen und übergeben.
- Laufende Kosten – Automatisierungsplattform, Nutzung der KI-Modelle, Hosting und eventuell Telefonie- oder OCR-Dienste, die der Workflow monatlich verbraucht.
- Betreuung – Monitoring, Fehlerbehandlung, Regressionstests nach Modell-Updates und kleine Anpassungen, wenn sich Ihr Prozess weiterentwickelt.
Ein Angebot, das nur die erste Position ausweist, ist unvollständig. Ein Angebot, das die zweite Position in die erste einrechnet, versteckt eine Marge, die Sie nicht sehen können. Verlangen Sie alle drei – einzeln aufgeführt.
Was den Umsetzungspreis bestimmt
Unter dem Wort „Automatisierung“ läuft alles – vom zweistufigen Abgleich zwischen Formular und CRM bis zur Dokumentenpipeline mit OCR, Freigabeworkflow und Anbindung an die Buchhaltung. Der Preis folgt der Komplexität, und die Komplexität hängt an einer Handvoll Faktoren:
- Anzahl der angebundenen Systeme. Jedes System bedeutet Authentifizierung, Feldzuordnung, Fehlerfälle und Tests.
- Verzweigungen und Freigaben. Ein Workflow, der Fälle an Personen weiterleitet und auf eine Entscheidung wartet, braucht Zustandsverwaltung, Erinnerungen und Zeitlimits.
- KI-Schritte und ihre Streuung. Ein sauberes Formular zu klassifizieren ist günstig. Felder aus Lieferantenrechnungen in zwölf verschiedenen Layouts zu extrahieren ist es nicht.
- Individuelle APIs und Altsysteme. Alles ohne etablierten Connector braucht Entwicklung – und später mehr Wartung.
- Sensible Daten. Personenbezogene, finanzielle oder Gesundheitsdaten erfordern zusätzliche Entwurfsarbeit für Datenminimierung, Zugriffskontrolle und Prüfung.
- Volumen. Hoher Durchsatz verändert die Plattformwahl, die Kostenlimits und den Umgang mit Fehlern.
Wir kalkulieren in Automatisierungs-Credits, damit aus „zehn Automatisierungen“ nicht unbemerkt zehn Enterprise-Systeme werden. Ein einfacher Workflow (ein Auslöser, bis zu drei Routineaktionen, ein oder zwei Anwendungen) ist ein Credit. Ein Standard-Workflow mit Verzweigung, einem Freigabeschritt und einem kontrollierten KI-Schritt sind zwei. Fortgeschrittene Workflows mit individuellen APIs, Wissensabruf, OCR-Streuung oder sensiblen Daten liegen bei vier bis acht oder mehr. Die endgültige Einstufung wird in der Discovery-Phase bestätigt – bevor Sie für eine Umsetzung bezahlen.
Unsere Preisstaffel für die Umsetzung
Das sind unsere veröffentlichten Preise. Alle Angaben zzgl. USt.; Gebühren für Plattformen, Modelle und Hosting von Drittanbietern zahlen Sie direkt über Ihre eigenen Konten.
| Paket | Preis (zzgl. USt.) | Typischer Einsatz | Dauer |
|---|---|---|---|
| One Workflow Pilot | ab 1.250 € | Ein klar umrissener Prozess, bis zu zwei Anwendungen, ein KI-Schritt | 10–15 Werktage |
| Solo | 2.750 € | Fünf Credits, eine Abteilung, bis zu vier Anwendungen | 2–3 Wochen |
| Team | 6.900 € | Zwölf Credits, Freigabeworkflows, Monitoring-Ansicht, Schulung | 3–6 Wochen |
| Business | ab 16.500 € | Bis zu 30 Credits, individuelle APIs, Testumgebung, Sicherheitsprüfung | 6–12 Wochen |
| Enterprise | Discovery ab 5.000 € / Umsetzung ab 40.000 € | Architektur, Governance, Self-Hosting-Optionen, stufenweiser Rollout | 10–24+ Wochen |
Optionale Betreuungspakete beginnen bei 290 €/Monat (zzgl. USt.) für bis zu fünf produktive Workflows und enthalten Monitoring, einen monatlichen Health-Check, Fehlerbenachrichtigungen und ein kleines Kontingent für kleinere Anpassungen. Alle Details finden Sie auf der Preisseite.
Typische laufende Kosten bei Drittanbietern
Die laufenden Kosten hängen von der Plattform ab und davon, wie viel der Workflow tut. Öffentliche Preisangaben laut den unten aufgeführten Quellen:
| Plattform | Preismodell | Öffentliche Angabe |
|---|---|---|
| n8n | Abrechnung pro Ausführung; Self-Hosting möglich | Gehostetes Starter-Paket ab 20 €/Monat, Pro ab 50 €/Monat (bei jährlicher Zahlung) |
| Make | Abrechnung pro Credit (Operation) | Kostenloser Einstieg bis hin zu Enterprise-Tarifen |
| Zapier | Abrechnung pro Task | Kostenlos ab 100 Tasks/Monat; kostenpflichtige Tarife nach Task-Volumen |
| Microsoft Power Automate | Pro Nutzer oder pro Bot | Premium 15 $ pro Nutzer und Monat; Process 150 $ pro Bot und Monat |
Dazu kommt die Nutzung der KI-Modelle. Bei den meisten KMU-Workflows – Klassifizieren, Extrahieren, Entwürfe schreiben – sind die Modellkosten im Vergleich zu den Plattformgebühren gering, aber sie wachsen mit dem Volumen und mit der Länge der verarbeiteten Dokumente. Wir schätzen die laufenden Kosten in jedem Angebot und setzen beim Start Kostenlimits, damit eine Endlosschleife Sie nicht überraschen kann.
Was ein Angebot teurer macht
Wenn sich zwei Angebote für „denselben“ Workflow um den Faktor drei unterscheiden, liegt es meist an einem dieser Punkte:
- Der Prozess wurde nie sauber aufgenommen – ein Anbieter hat den Idealfall kalkuliert, der andere die Ausnahmen.
- Ein Angebot enthält Tests für Grenzfälle, Fehler- und Datenschutzszenarien; das andere geht von sauberen Eingaben aus.
- Eines enthält Dokumentation, ein Runbook und eine aufgezeichnete Übergabe; das andere endet bei „bei mir läuft es“.
- Eines baut in Konten, die Ihnen gehören; das andere baut auf dem Abo des Anbieters und verlangt Geld für den Ausstieg.
So vergleichen Sie Angebote
Stellen Sie jedem Angebot dieselben Fragen, bevor Sie die Endsummen vergleichen:
- Was genau ist enthalten – wie viele Systeme, welche KI-Schritte, welche Freigabepunkte?
- Wie lauten die schriftlichen Abnahmekriterien, und wer entscheidet, wann „fertig“ erreicht ist?
- Wem gehören danach die Konten, Workflows, Prompts und die Dokumentation?
- Wie hoch sind die geschätzten monatlichen Betriebskosten, und zahle ich sie direkt?
- Was passiert nach dem Go-live – wie lange gibt es Support, und was kostet die Betreuung?
- Was löst einen Änderungsauftrag aus, und wie wird er abgerechnet?
Versteckte Kosten, die in den meisten Angeboten fehlen
Wartung. APIs ändern ihre Authentifizierung, Felder werden umbenannt, Connectoren werden eingestellt. Ein Workflow, den niemand überwacht, fällt irgendwann still und leise aus.
Modell-Updates. KI-Anbieter stellen Modelle ein und ersetzen sie. Ein Prompt, der auf ein Modell abgestimmt wurde, kann sich beim Nachfolger anders verhalten. Regressionstests nach Updates gehören zu den echten Kosten eines KI-Schritts.
Ausnahmebehandlung. Die 5 % der Fälle, die der Workflow nicht bewältigt, brauchen weiterhin eine Person, eine Warteschlange und einen Prozess. Wird das nicht mitgeplant, schmilzt die Ersparnis bei den übrigen 95 % dahin.
Akzeptanz. Ein Workflow, den das Team umgeht, weil es ihm nicht vertraut, kostet die volle Umsetzungsgebühr und spart nichts. Schulung und ein schrittweiser Rollout sind günstiger als ein zweiter Bau.
Ein Amortisationsbeispiel
Das folgende Beispiel ist eine Illustration, kein Kundenergebnis. Angenommen, ein Team-Paket für 6.900 € automatisiert eine Reihe von Workflows, die monatlich 80 Stunden bei einem Vollkostensatz von 30 € pro Stunde freisetzen, rund 600 € Nacharbeit pro Monat vermeiden und 300 € monatlich für Plattform, Modelle und Betreuung kosten.
- Bruttowert der Zeit: 80 × 30 € = 2.400 €/Monat
- Monatlicher Nettonutzen: 2.400 € + 600 € − 300 € = 2.700 €
- Amortisation: 6.900 € ÷ 2.700 € ≈ 2,6 Monate
Ob Ihre Zahlen so aussehen, hängt vollständig von Ihrer Ausgangslage ab. Verändern Sie jede Annahme im ROI-Rechner, oder lesen Sie, wie Sie den ROI einer Automatisierung berechnen – mit Methode und typischen Fehlern.
Risiken, die Sie einpreisen sollten
Wer einen Prozess automatisiert, den niemand gemessen hat, kann nicht belegen, dass er sich gelohnt hat. Wer einen kaputten Prozess automatisiert, macht das Problem nur schneller. Und wer auf den Konten des Anbieters bauen lässt, macht das günstigste Angebot zum teuersten, sobald er wechseln will. Keines dieser Risiken ist technisch – alle landen auf der Rechnung.
Nächste Schritte
- Wählen Sie einen Prozess und notieren Sie monatliches Volumen, Stunden und Fehlerquote, bevor Sie ein Angebot einholen.
- Verlangen Sie von jedem Anbieter die drei Kostenpositionen getrennt: Umsetzung, laufende Kosten, Betreuung.
- Machen Sie den kostenlosen Automatisierungs-Check und erhalten Sie eine Eignungsbewertung und einen Paketvorschlag – ohne Verkaufsgespräch.
Quellen
- n8n, Pricing, 2026 — https://n8n.io/pricing/
- Make, Pricing, 2026 — https://www.make.com/en/pricing
- Zapier, Pricing, 2026 — https://zapier.com/pricing
- Microsoft, Power Automate Pricing, 2026 — https://www.microsoft.com/en-us/power-platform/products/power-automate/pricing
- McKinsey, The State of AI: Global Survey, 2026 — https://www.mckinsey.com/capabilities/quantumblack/our-insights/the-state-of-ai